Was Eigentümer 2025/2026 wissen sollten
Ab Ende 2025 wird in Deutschland ein neues Instrument eingeführt, das für viele Immobilieneigentümer relevant wird: der Renovierungspass. Er gehört zur Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie und soll dabei helfen, Sanierungsprojekte besser zu planen.
Was ist der Renovierungspass?
Der Renovierungspass ist im Grunde ein langfristiger Sanierungsplan für ein Gebäude. Ziel ist es, für jede Immobilie aufzuzeigen, welche energetischen Maßnahmen sinnvoll sind, in welcher Reihenfolge sie durchgeführt werden sollten und welche Einspar- oder Fördermöglichkeiten es gibt. Die Idee ähnelt dem bereits bekannten individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP), wird aber europaweit vergleichbar standardisiert.
Wichtig zu wissen:
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Der Pass ist nicht verpflichtend.
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Er soll vor allem Orientierung geben und als Grundlage für Förderanträge dienen.
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Er zeigt, wie ein Gebäude langfristig effizienter gemacht werden kann.
Wie funktioniert der Renovierungspass?
Um einen Renovierungspass zu erhalten, muss eine qualifizierte Energieberatung stattfinden. Diese läuft typischerweise in mehreren Schritten ab:
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Vor-Ort-Check: Ein Energieberater prüft Gebäudehülle, Heizung, Fenster, Dach, Verbrauchswerte und weitere relevante Aspekte.
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Analyse: Auf Grundlage der gesammelten Daten wird berechnet, welche Maßnahmen langfristig sinnvoll sind.
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Stufenplan: Ein mehrjähriger Sanierungsplan wird erstellt – mit groben Kosten, erwarteten Einsparungen und passenden Fördermöglichkeiten.
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Ausstellung des Passes: Das Ergebnis wird digital oder als Papierdokument zur Verfügung gestellt.
Da der Pass professionell erstellt wird, kann es sein, dass einzelne Schritte staatlich gefördert werden – ähnlich wie bei bestehenden Energieberatungen.
Muss man ohne Pass noch sanieren?
Ja! Der Renovierungspass ersetzt keine Genehmigungen oder Vorschriften. Eigentümer dürfen weiterhin selbstständig Maßnahmen wie den Austausch von Fenstern, Fassadendämmung oder Heizungserneuerung planen und umsetzen – sofern sie die rechtlichen Vorgaben (z. B. GEG-Regeln) einhalten. Der Pass ist lediglich ein Planungs- und Förderinstrument und keine Voraussetzung, um überhaupt sanieren zu dürfen.
Warum ist der Pass trotzdem wichtig?
Auch wenn er nicht verpflichtend ist, wird der Renovierungspass für viele Eigentümer bald ein zentrales Werkzeug. Er bringt Struktur in die oft komplexe Sanierungsplanung und schafft Transparenz: Welche Maßnahmen machen finanziell Sinn? Wann sollten sie umgesetzt werden? Und zu welchen Bedingungen gibt es staatliche Fördermittel? Antworten auf diese Fragen liefert der Pass
Fazit: Der Renovierungspass stellt keinen Zwang dar – aber er kann ein wertvoller Leitfaden für alle Immobilieneigentümer werden, die ihre Gebäude energetisch zukunftsfähig machen wollen. Gerade in Zeiten steigender Energie- und Sanierungskosten kann eine klare Planung große Vorteile bringen.



